Zunfthaus

Löw (1685)

Bereits 1414 kauften die Schneider von der Stadt das ehemalige Rathaus am Fischmarkt an der Vordergasse 51, welches in Zukunft (und bis heute) Zur Schneiderstube genannt werden sollte. In Ihrer Schlichtheit besticht die Fassade vor allem mit gotischen Elementen. Leider wurde das Zunfthaus im Jahre 1843 an privat verkauft. Lediglich in den Jahren 1984 bis 1999 genossen wir als Untermieter Gastrecht auf unserer ehemaligen Trinkstube mit der eindrücklichen gotischen Rippendecke.

Aus dem ehemaligen, recht umfangreichen Silberschatz haben sich drei grosse Trinkgeschirre erhalten: Fingerhut (1585), Löw (1685) und der Efeu-Pokal (1907).

Zunft zun Schneidern heute

Rodel aus dem 19. Jahrhundert

Zur Zeit führt unser Rodel über 70 Zünfter, welche mit ihren Familienwappen auch in der Rucktafel erscheinen. Fast alljährlich werden Jungzünfter aufgenommen. Unverheiratete Töchter werden im Jungfrauenrodel geführt, angeheiratete Frauen können als Nähterinnen eingekauft werden. Stimmrecht haben nach wie vor allein die Zunftgenossen. Das Zunftrecht geht vom Vater auf die Söhne über. Ein Gesuch um Aufnahme steht allerdings (seit einigen Jahren) allen männlichen Schweizerbürgern offen.

Als Besonderheit feiert man einzig bei den Schneidern noch den Aschermittwoch. Bei diesem Anlass sind im speziellen die Zunftfrauen (genannt Nähterinnen, siehe oben) und die Familien geladen.

Aktuelle Zunftfamilien

Rucktafel

Rucktafel

Die Rucktafel enthält für jeden Zünfter ein eigenes Täfelchen, das mit dem Familienwappen und dem Namen des Zünfters bemalt ist. Diese Namenstäfelchen werden in einem grossen Rahmen (Rucktafel) dem Eintrittsjahr nach geordnet gefasst; die Täfelchen der Neuzünfter werden von unten rechts neu in die Rucktafel eingeschoben. Täfelchen verstorbener Zünfter werden aus der Rucktafel entfernt.

Ursprünglich diente die Rucktafel auch dazu, Zünfter zur Einhaltung der Sitten und Gebräuche zu ermahnen, so war es eben möglich, durch Beschluss des Bott einen renitenten Zünfter zur Strafe für alle sichtbar aus der Rucktafel zu entfernen...

Heute dient uns die aktuelle Rucktafel als farbenfrohe, sehr schön illustrierte und dekorative Version des Zunftrodels. Während der 15 Jahre Gastrecht hing sie als Dekoration in der Schneiderstube. Seither wird sie an jedem Bot gut sichtbar aufgestellt, und ist immer wieder Mittelpunkt in familienhistorischen Diskussionen.

Weiterführende Literatur

Buch Harzenmoser

Schaffhauser Beiträge zur vaterländischen Geschichte
Band 38, 1961

Schaffhauser Zünfte
Schweizerische Bankgesellschaft SH, 1985

Schaffhauser Zünfte heute
1991 (700 Jahre Eidgenossenschaft)

Zünfte und Gesellschaften der Stadt Schaffhausen
M. + T. Harzenmoser, Meier Verlag Schaffhausen, 1995

Schaffhauser Beiträge zur Geschichte, Band 84, 2010
diverse Autoren und Beiträge zum Thema "600 Jahre Zunftverfassung 1411-2011"